Wir haben unsere Kultur!

Tach auch,

ich bin Deutsche! Meine Eltern sind oder waren Deutsche. Ich bin in Deutschland geboren, genau wie meine Eltern. Ich trage einen Deutschen Nachnamen und das seit mittlerweile 54 Jahren. Wir haben eine Kultur in diesem Land, die ich als unsere und auch meine Kultur verstehe. Unsere Kultur ist nach meinem Verständnis durch einen freiheitlichen Grundgedanken geprägt. Unser aller Zusammenleben in diesem Land oder Staat regelt das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als unsere Verfassung mit seinen Nebengesetzen.

Zu unserer Kultur gehölrt es, zumindest was z. B. unser Wohnen betrifft, das man sich Wohnraum mietent oder kauft. Bleiben wir beim ersteren, dem Mieten. Wenn man sich nun eine Wohnung mietet, unterschreibt man damit einen Mietvertrag. Wird die Wohnung vom Vermieter an den Mieter übergeben, sollte dies ordentlicher Weise durch ein Protokoll festgehalten sein und sollte auch eine ordentliche Schlüsselübergabe beinhalten. Sollte….

Ich lebe in einer westdeutschen Großstadt mit über 500.000 Einwohnern. Ich habe einen türkischen Vermieter. Er ist vor über 40 Jahren, wie viele andere auch, zum Arbeiten und Geldverdienen nach Deutschland gekommen. Seine Kinder sind noch weitestgehend in der Türkei geboren worden, allerdings sind sie in Deutschland zur Schule gegangen und haben so das mehr oder minder gute deutsche Schulsystem genossen und haben unsere Kukltur mit kennengelernt. Sollte man meinen….

Die Straße in der ich wohne, ist auf der einen Seite geprägt von Wohnhäusern, in denen überwiegend Hauseigentümer ihre Häuser selber bewohnen, auf der anderen Seite sind es in der Mehrzahl kleinere Mietshäuser und ein Block einer Wohnbaugenossenschaft. Es leben fast ausschließlich Deutsche in dieser Straße. Man sollte meinen, und man bekommt auch das Gefühl in dieser Straße, das Vermieter auf dieses gewachsene soziale Umfeld Rücksicht nehmen, wenn sie Wohnraum vermieten. Zumindest betrifft dies soweit kleinere Wohneinheiten der Eigentümer, die selbst in ihren Häusern wohnen.

Das Haus in dem ich wohne hat dieses soziale und gewachsene Wohnumfeld nun aufgebrochen. Mein türkischer Vermieter tut sich schwer damit, angefangen von ordentlichen Vermieterungsanzeigen in Zeitungen oder auf entsprechenden Internetportalen, bis zu Mund-zu-Mund-Propaganda entsprechend in diese Straße und somit in dieses Wohnumfeld passende Mieter zu finden. Die Wohnungen werden meist renoviert übergeben und wo es nötig ist, werden aufgrund des Alters die Bäder saniert.

Allerdings, vieles was in Sachen Renovieren, Sanieren oder gar Modernisieren stattfindet wird meist, ich drücke mich da vorsichtig aus, eher türkisch abgehandelt. Ich bewohne dieses Haus bald 15 Jahre und kurz vor meinem Einzug hatte nun eben dieser türkische Vermieter das Haus in einer Zwangsversteigerung ersteigert. Eine der ersten Amtshandlungen war, das Treppenhaus zu renovieren.

Lange Jahre haben sich jeweils 2 Mietparteien auf der Etage die Treppenreinigung der jeweiligen Etage geteilt. Was einem dabei ständig ins Auge fiel, waren übergestrichener Dreck in den Ecken des Hausflurs, verpfuschte Wohnungstüren und übergetünchte Fehlstellen an Wänden. Dies meine ich, wenn ich davon spreche, das dies eben auf türkische Art und Weise durchgeführt wurde.

Was auch türkisch abgehandelt wird, wenn eine Wohnung neu vermietet wird, findet keine ordentliche Schlüsselübergabe mit Protokoll und Übergabe aller für die Nutzung des Gebäudes, samt Keller- und Hoftürschlüssel, nötigen Schlüssel statt.

Nun hat der Vermieter das gewachsene Wohnumfeld dieser Straße aufgebrochen, in dem er 3 Wohnungen an jesidische Flüchtlinge vermietete. Alles 3 junge Männer, eben über 20. Einem davon, mein Etagennachbar ist alles egal. Hier stinkt es seit einem halben Jahr ständig nach Shisha, wenn man den Hausflur betritt. Die nicht mehr ganz so dichten alten Wohnungstüren verhindern, das man sich dagegen in den eigen bewohnten 4 Wänden davor gänzlich schützen kann. Es wurden schon Partys mit über 10 Leuten auf kleinen 40 m² durchgeführt und das in der hellhörigsten Wohnungen im ganzen Haus bis morgens um 7 Uhr, wo auch die Polizei letztendlich die Meute nicht zum Schweigen bewegen konnte. Es war Sommertags, die Fenster standen auf und es wurde die ganze Nacht über die Straße beschallt von einer Wohnung, deren Eingangstür ebenfalls die dünnste Tür aller Türen besitzt, wenn man sie überhaupt als ordentliche Wohnugseingangstür bezeichenen kann. Sdnst hört man eigentlich in dieser Straße Nachts nichts. es herscht fast absolute Ruhe, bis auf das Grundrauschen einer Großstadt, das man niemals abstellen kann.

Die Wohnung wurde von einem älteren Herrn vorher bewohnt, der schon zum Inventar der ganzen Straße gehörte und leider recht plötzlich verstarb. Seine Mutter wohnte ein paar Meter die Straße hoch auf der anderen Seite im eigenen Haus und gehörte somit zu jenen Hauseitgentümern, die ich weiter oben beschrieb.

Zu unserem Haus gehört ein fast 500 m² großer Garten, der von allen Hausbewohnern gleichermaßen genutzt werden kann, jedoch von effektiv nur einer Partei gestaltet und in der Hauptsache benutzt wird. Es gibt inklusive mir insgesamt noch höchstens 2 Parteien im Haus, die den Garten mitnutzen, um z. B. zu Grillen. Es wird schließlich auch mal ab und an von mir der Rasen mit gemäht.

Ich habe keine Ahnung, wie kulturell geprägt die Meinung von Mein und Dein von jesidischen Kurden ist. Die Gartenmöbel jedenfalls gehören den Mietern jeweils entweder durch Übernahme von Vormietern oder selber angeschafft oder gar selber gebaut. Was nun auch schon vor kam, das dann an selbstgebauten Gartenmöbeln Teile abgebaut oder abgeschlagen wurden, weil sie einem nicht passten.

Was auch nicht so ganz klar ist. Umzüge finden in aller Regel nicht Sonntags statt. Mir wurde einmal beigebracht, das es so etwas wie Sonntagsruhe gibt. Man hört hier in unserem Quartier in den Gärten niemals, never ever Sonntags irgendwelche Gartenmaschinen. Niemand kommt auf die Idee, sonntags den rasenmäher anzuwerfen. So ist es auch, denke ich mit der Sonntagsruhe und dem Ein- oder Auszug von Wohnungen.

Was der türkische Vermieter tunlichst vermeidet, er schreibt die Gartennutzung nicht in die Mietverträge. So ist gewährleistet das er sich ab und an auch mal in „seinem“ Garten aufhalten kann. Zumindest hat dabei Murphy die Hände im Spiel. Es kommt oft vor, das dafür staatlich festgelegte Feiertage genutzt werden, die in der türkischen Kultur höchstwahrscheinlich keine Rolle spielen. Jedoch sind sie meist von Deutschen sehr willkommene Erholungstage von einem heute meist durch Stress geprägten Lebens. In diesem eigentliich schönen Garten, in dem es reichlich Insekten gibt und man Vogelarten noch sehen kann, die man nebenan, in einem steril gehaltenen Garten einer Großfamilie nicht mehr findet, verteilt die Mieterin, die den Garten am meisten nutzt und pflegt ganzjährig Vogelfutter. Wir haben auch Buntspechte hier im Quartier und der türkische Vermieter hat vor Jahren das Haus gedämmt. Leider eben auch teilweise „türkisch“, was bedeutet, der Putz auf dem Dämmmaterail ist nicht sehr dick. Dies zur Freude des Buntspechts…., jedoch ist nicht das allgemeine Problem aller gedämmten Außenfassaden mit Buntsprechtlöchern das Problem, sondern der Vermieter gibt der Mieterin Schuld, die das Vogelfutter verteilt, was der Buntsprecht gar nicht futtert. Einer muss ja schließlich schuld sein.

Seit nun diese jesidischen Kurden eingezogen sind, herscht eine Grundunruhe im Haus, die die Wohnqualität hier stark herabgesetzt hat. Orientalische Männer und dazu gehören wohl eben auch jesidische Kurden, haben oftmals eine gehobene Grundlautstärke, die nicht nur während einer Feier vorherscht. Es macht sich vielmehr eine grundunterschiedliche Kultur und Betrachtungsweise bemerkbar, die irgendwie dann nicht zusammen passt, wenn sich eine Seite gestört fühlt. Es ist etwas aufgebrochen, was man mit seinem eigenen kulturellen Hintergrund schwer vereinbaren kann.

Was den türkischen Vermieter betrifft, so muss festgestellt werden, das er scheinbar mit samt seiner Sippe seit 40 Jahren in einer Blase lebt. Selbst seine Kinder, obwohl hier teilweise zur Schule gegangen, Jahrzehnte kein Kopftuch getragen, laufen, zumindest eine Tochter, seit Erdogan mit Kopftuch umher. Der Vermieter hat bis zu seiner wohverdienten Rente bei der Bahn in einem Gleisbautrupp gearbeitet. Die Frage muss erlaubt sein, ob dies so gänzlich ohne deutsche Kollegen statt gefunden hat?

Wohnungen werden gundsätzlich ohne Protokoll übergeben, Schlüssel selten komplett. Seit es sich nun herausgestellt hat, das mein jesidischer Nachbar teils sehr komische Leute ins Haus holt, sind, wie bis vor Jahren eigentlich üblich manchmal die Hoftür und immer die Kellertür wieder abgeschlossen. Nun haben wohl nicht alle 3 jesidíschen Kurden dafür Schlüssel bekommen.

Heute morgen wurde ich durch ein Sturmklingeln aus dem Schlaf gerissen. Es dauerte, bis ich wach war und mir Sachen angezogen hatte. Alles war begleitet duch ständiges Klingeln, obwohl ich zwischenduch rief, das es einen Moment dauert. Als ich aufmachte, stand einer eben dieser Jesiden vor meiner Tür, herschte mich im Kasernenton an, ich möge die Kellertür aufschließen. Kein „kannst du mal bitte…“, kein „bitte Tür aufschließen…“ nichts. Befehlston und angeblaffe, er hätte zu mir gesagt, wenn die Tür nochmal abgeschlossen ist, macht er Kellertür kaputt. Ich war stinkig, habe ihm die Tür aufgeschlossen, aber es war das letzte mal. Ich werde auch meinen Schlüssel nicht herausgeben. Einzig der Vermieter hat, wie in jedem anderen Mietshaus auch, sich darum zu kümmern, das alle Mieter ihre Schlüssel bekommen und Zugang zu Keller oder Garten haben. Auch ein Vermieter muss sich darum kümmern, Mieter darüber aufzuklären, wo die Mülltonnen stehen, wie Müll getrennt wird und welche Mülltonnen von den Mietern selbständig an die Straße gestellt werden müssen. Dazu sind nämlich alle Mieter aufgefordert.

In NRW, dem Bundesland in dem ich lebe, gibt es im Emissionschutztgesetz festgelegt, von wann bis wann die Nachtruhe gilt. Hier sind Zeiten enthalten und Ausnahmen, die für Klubs und Discotheken gelten. Nicht aber für Wohnstraßen, insbesondere 30er Zonen ohne erkennbares Gewerbe.

Es macht sich ein Gefühl in mir breit, das vieles sich nicht mehr richtig anfühlt. Ich möchte aber auch nicht in die Ecke von PEGIDA und AfD gedrängt werden. Ich habe aber eine kulturelle Prägung in meinem Leben genießen dürfen, die von einem freiheitlichen Grundgedanken ausgeht und auch Leben und Leben lassen beinhaltet. Es beinhaltet auch die Akzeptanz von Andersdenkenden und einer bunten Vielfalt in unserer Gesellschaft, die trotzdem von unserer Kultur geprägt sein sollte, die eben nicht der Kultur des Orients entspricht. Natürlich gehe ich zu meinem Lieblingsdönerladen und habe dort auch gute Gespräche und treffe auf Menschen, die sich in gewisser Weise auch angepasst haben. Ich denke, ich gehöre nicht zu den haudrauf Deutschen, die nach Malle fahren und sich die Hucke voll saufen und am Ballermann eskalieren. Sollte übrigens auch nicht unsere Kultur sein. Ich nenne auch eine Gewisse Selbstreflektion mein eigen. Ich bin auch der Meinung, das ein gewisser Anteil von Menschen aus anderen Kulturkreisen durchaus diesem Land gut tun. Ich bin nur nicht damit einverstanden, wenn sich abseits unserer Regeln, die unser Zusammenleben prägen, sich eine Art Nebenkultur herausbildet, die sich Leute selber zurecht legen.

Ich habe auch in meinem Leben erfahren, das es sich immer wieder bewahrheitet: Wer schreibt, der Bleibt! Dieses, er oder sie hat gesagt, oder jemand etwas versprochen, alles egal, was geschrieben steht, das gilt!

Ich denke, einem Vermieter in diesem Land hat es nicht egal zu sein, wen er sich als Mieter ins haus holt. Es gibt sozial gewachsene Wohnumfelder in die Leute entweder hinein passen oder sie passen eben nicht. Ein Vermieter sollte dafür die nötige Sensibilität haben oder sich Leute vom Fach suchen, wenn er diese nötige Sensibilität nicht hat. Ich habe Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft gelernt. Es ist oder war in Deutschland  ein anerkannter Ausbildungsberuf. Ich denke, es gibt einen Grund dafür, warum Menschen dafür ausgebildet werden, Dinge zu tun, die andere nicht so können. Mein Vermieter hat rund 25.000,- € in meiner bisherigen Mietzeit eingenommen. Ich habe bisher ein gutes Verhältnis zu ihm gehabt und verständige mich trotz seines bis heute gebrochenen Deutsch ganz gut mit ihm, weil ich versuche, ihm sprachlich entgegen zu kommen. Das hört sich zwar auch lustig an, gerade für zuhörer, aber vielleicht mag  und versteht er mich daduch besser, als andere.

Das er mit seiner Sippe in einer 40 Jahre alten Blase zu leben scheint, kommt vielleicht auch von schlechten Erfahrungen, die er gemacht hat. Vermutlich stürt ihn auch die deutsche Kultur des ordentlichen Aufschreibens von geschäftsmäßigen Dingen. Bei der von ihm angsammelten Masse an Wohnungen oder Mietshäusern hätte ich schon längst eine Wohnungsverwaltungsfirma oder so etwas eröffnet. Ich denke, ich hätte auch schon einen Teil an Profis abgegeben, die das Geschäft verrstehen, aber nicht nur die Dollarzeichen in den Augen haben, wenn es um Immobilien geht. Ich habe nie in dem Beruf gearbeitet, weil ich einerseits nicht in die Wohnungsverwaltung wollte, anderseits die Makelei mit Häusern und Wohnungen als sensible Geschichte verstehe, die Leute regelmäßig ruinieren, die eben nur die Dollarzeichen im Auge haben. Man verkauft nicht jeden Monat ein Haus, wenn man da geschöäft seriös betreiben möchte und das Leben rein von Provision zu gestalten, die angestellter Makler nicht so hoch ist, wollte ich ich dann nicht.

Einfach auf Teufel komm raus vermieten, hauptsache die Miete sprudelt ist eben auch nicht das Wahre. Insbesondere dann nicht, wenn der Vermieter so unsennsibel in der Vermietung handelt, das gewachsene soziale Umfelder aufgebrochen oder gar zerstört werden. Das mit dem Sozialen ist eben auch so eine Sache. Wir leben in einem Sozialstaat. Das regelt unser Grundgesetz. Wir leben nicht in einem kapitalistischen freien Markt. Das wollten die Väter unserer Verfassung wohl auch aus guten Gründen nicht. Es vordert eben dann auch eine gewisse Sensibiltät und kein Haudrauf, wenn man in einem Sozialstaat lebt, der Regeln bedingt.

Schönen Tach noch…

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